Verfasst von: willanders | 21. Mai 2009

Kinder, Kinder…

In der Jungen Freiheit stolper ich über einen Artikel, der sich mit der Kinderfrage im Westen beschäftigt:

Im Zangengriff von Egoismen

Hier ein paar Sätze daraus:

Tatsächlich sollte sich die Familienpolitik auch als eines der Politikfelder erweisen, auf denen sich die Große Koalition zu profilieren suchte. (…) Groß war nun die Ernüchterung, als das Statistische Bundesamt im April Geburtenzahlen für 2008 vorlegte und plötzlich von einem Geburtenrückgang um 1,1 Prozent oder 8.000 Kinder gegenüber dem Vorjahr sprach. (…) Aber was läuft nun alles schief? (…) Es rächt sich ganz einfach der leichtfertige Umgang der Bundesrepublik seit ihrer Gründung mit den Themen Bevölkerungspolitik, Familienlastenverteilung und Wertevermittlung. (…) Es bleibt dabei, daß sich das Individuum in Deutschland und allen westlichen Ländern zwischen mehr Konsum – zum Beispiel in Form von Urlauben und teuren Autos – oder mehr Kindern entscheiden kann und muß. (…) Konsequenterweise erreichte in den letzten Jahren in keinem entwickelten Land Europas oder Nordamerikas die angestammte Bevölkerung ein bestands­erhaltendes Geburtenniveau. Und es ist bis auf weiteres (…) nicht mit einer Trendwende zu rechnen.

Es spricht alles dafür, daß das entscheidende Moment für eine erfolgreiche Familien- und Bevölkerungspolitik im moralischen Unterbau der Gesellschaft zu suchen ist. Und dort herrscht in der westlichen Zivilisation heute überwiegend gähnende Leere. Es wird nicht genügen, für finanzielle Gerechtigkeit gegenüber Familien zu sorgen und sich dann als Staat ängstlich zurückzuhalten, weil man Angst vor Vergleichen mit der pronatalistischen Bevölkerungspolitik des Dritten Reichs hat.

Zur Umsetzung dieser Erkenntnis wird man aber an die Wurzel der Spaßgesellschaft gehen müssen (…). Hierfür wird man in Schulen und Elternhäusern Jugendlichen gegenüber zukünftig viel mehr von Pflichten und Erwartungen an sie erzählen müssen.

Davon ist Deutschland weit entfernt. Die Frage ist nur, ob die Deutschen auch gewillt sind, neuen Familienstolz und -zusammenhalt zu entwickeln oder gar sozialen Druck auf gewollt Kinderlose aufzubauen. Doch sollte berufstätigen Müttern oder Frauen, die mehrere Kinder großziehen, ohne berufstätig zu sein, wie in Frankreich eine ganz andere Wertschätzung entgegengebracht werden. Darüber hinaus muß sich die Erkenntnis durchsetzen, daß Migration, insbesondere aus bildungsfernen Kulturräumen, keinen adäquaten Ersatz für eigene Kinder darstellt.

So weit der Artikel. Aufschlussreich sind auch noch die Kommentare:

Ein Aspekt wird überhaupt nicht angesprochen. Wie will man bei einem Arbeitsmarkt, der Flexibilität und Mobilität verlangt, wo es kaum noch Anstellungen von der Lehre bis zur Rente gibt, eine Familie zusammen halten?

Insofern wäre es sicherlich eher Verantwortungsbewußtsein denn Egoismus gewesen, auf Kinder zu verzichten, bei denen ich nicht weiß, wie ich in ein paar Jahren für sie sorgen soll. Die angesprochenen Akademikerinnen hingegen haben es da deutlich besser (…)

Was man machen müsste wäre nicht das Finanzielle oder die berufliche Vereinbarkeit hervorzuheben, sondern wieder Lust auf Kinder zu machen. Stattdessen redet man immer nur von finanziellen und beruflichen Beeinträchtigungen. (…) Wenn man (…), stattdessen eine Spaß- und Konsumgesellschaft propagiert, darf man sich über weniger Kinder (…) nicht wundern. Eine Gesellschaft, die keine stabilen Ehen und Beziehungen mehr führen kann, eine Gesellschaft in welcher Kinder als Belastung thematisiert werden, hat auf lange Sicht nicht die besten Voraussetzugen überlebensfähig zu sein.

Ich habe hier vor kurzem eine etwa 40jährige Mutter von elf Kindern gefragt, warum sie denn so viele Kinder hat. Sie sah mich nur an, und in ihren Augen habe ich Ratlosigkeit gesehen: Was für komische Fragen stellt da der Ausländer! Ich konnte ihr ansehen, dass sie sich diese Frage noch nie gestellt hatte. Nach langer Überlegung kam dann: Gott hat sie mir doch  gegeben…  Alle haben viele Kinder… Und die Kinder machen doch Spass! Damit war das Thema durch.

Hier die philippinische Antwort auf die vielen Worte der Deutschen:

P1060401

P1060414

P1060716

P1060820

P1060941

P1070238

P1030591

P1050890

P1050182

P1050184

P1050186

P1050188

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: