Verfasst von: willanders | 20. Februar 2010

Wiederbelebung

Damit das Blog nicht endgültig einschläft bette ich hierher einige meiner Videos ein, die ich in der letzten Zeit aufgenommen habe. Am besten fange ich an mit demjenigen von heute.

Risas Tante Tinny aus Burak hat heute des vierten Todestages ihrer Mutter gedacht und hat uns dazu eingeladen. Wir sind also hoch nach Burak gefahren. Nach dem gemeinsamen Beten und Essen mit den Nachbarn haben wir eine kleine Wanderung durch den Dschungel an die Küste unternommen. Als sich das herumsprach, wollten ein paar Kids mit, und dort im Wald haben wir noch Joseph mit seinem Ältesten getroffen, der Zweitälteste Ralph war mit uns mit.

Joseph holt aushilfsweise Kokosnüsse von den Palmen runter. Dafür kriegt er einen Peso pro Kokosnuss, also etwa 1,5 Eurocent. Wenn er Glück hat, dann gibt es 200, manchmal 300 Peso Lohn am Tag, das Glück gibt es aber selten. Meist geht er in den Wald und sucht nach Brennholz und Süsskartoffeln. Manchmal aber sitzt er nur da und spielt mit seinen Kindern vor der winzigen Nippahütte. Seine Frau Reya ist 25 und erwartet jeden Tag ihr fünftes Kind, und wie sie freudestrahlend versichert: „Auf keinen Fall mein letztes!“. Das letzte Kind ist auf die Welt gekommen auf dem Dschungelweg, irgendwo zwischen Burak und San Roque, wo sie leben. Der kleine ist einfach beim Gehen rausgefallen. Reya hat es auf den Arm genommen, die Plazenta etwas abseits des Weges geworfen und ist einfach weiter marschiert, zu Besuch bei ihrer Mutter. Auch diesmal weiss sie den Entbindungstermin nicht mal so ungefähr, es könnte heute sein, es könnte aber auch in drei Wochen kommen. Gott wird das schon richten.

Ein befreundetes kinderloses Ehepaar aus Deutschland hat mir gerade erzählt, sie hätten ihren Kinderwunsch endgültig begraben. Geht nicht. Beide arbeiten – Büroangestellter und Krankenschwester – und bei dem Arbeitsstress… Ausserdem müssten sie dann umziehen, weil seine vielen Musikinstrumente bräuchten dann Extrazimmer, und das Kind müsste dann auch ein Extrazimmer haben, und seine Motorräder könnte er dann auch nicht so oft bewegen. Ach nee, und der Klimawandel… und überhaupt…

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Responses

  1. GLOBALISIERUNG macht auch vor euch nicht halt. Ich finde es eigentlich unheimlich schade!!!!

  2. […] Josephs 25jährige Frau Rena – siehe hier – hat einen Tag nach unserem Besuch in Sinarayan ihr fünftes Kind zur Welt gebracht. Nachdem […]


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