Verfasst von: willanders | 12. Oktober 2010

Die Ringparabel auf philippinisch

Gestern abend saßen wir – Risa, Risas Cousine Aiko und Aikos Freundin Sitty, beide 17 – zum Abendbrot am Küchentisch. Sitty geht mit Aiko zur selben Schule und ist fast täglich bei uns. Sie ist auch die einzige Mohammedanerin hier, die ich kenne. Und gestern fragte Risa sie, warum sie Mohammedanerin ist wie ihr Vater und nicht Katholikin wie ihre Mutter. Sie schaute Risa nur erstaunt an und meinte, das wäre ja selbstverständlich, wenn mindestens einer der Eltern mohammedanisch ist, dann ist das Kind automatisch Mohammedaner. Nun ja. Und dann fragte Risa, ob Sitty schon mal auf Mindanao war, dem Siedlungsgebiet der weitaus meisten Mohammedaner hier auf den Philippinen. „Nein.“ Und warum? „Viel zu gefährlich. Die Abu Sayaf bringen dort viele Menschen um.“

Also zum mitschreiben: Eine Mohamedanerin fürchtet sich, ein Gebiet zu besuchen, in dem ihre Glaubensbrüder herrschen!

Als ich darüber nachdachte, da fiel mir noch auf, dass der Islam im Vergleich zum Christentum verloren hat – zumindest als Friedensreligion. Beweis? Beide Religionen haben vor Jahrhunderten die gleiche Bevölkerung übernommen, die gleiche Mischung aus Polynesiern, Malayen, Chinesen, Spaniern, Japanern, Taiwanern und vielen anderen Völkern. Die Mohammedaner auf Mindanao und die Christen im übrigen Teil der Philippinen. Und heute kommen Nachrichten über Entführungen, Enthauptungen der Geiseln, Lösegeldforderungen, Brandstiftungen an Kirchen, Massenvergewaltigungen, Morde an Priestern und Messebesuchern, Bombenattentate auf Einkaufszentren, Busse und Bahnhöfe, Morde und Mordversuche an Unschuldigen also  – zum weitaus grössten Teil eben aus Mindanao, aus dem mohammedanisch geprägten Teil des Landes. Natürlich gibt es auch Kriminalität im christlichen Teil, aber mein Eindruck sagt mir, es ist bei weitem nicht so viel wie  bei den Mohammedanern. Und vor allem gibt es im christlichen Teil keine religiös bedingten Taten, im Gegesatz zu Mindanao.

Also hier kann niemand sagen, man vergleicht Äpfel mit Birnen. Beide Religionen hatten die gleichen Ausgangsbedingungen. Das jeweilige Resultat fällt aber sehr unterschiedlich aus.

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Responses

  1. hallo willanders ,melde dich doch mal bei mir privat. habe vielleicht ein grundstück für dich
    gruss uwe

  2. vielen dank Uwe für dein angebot. wir sind neulich in Cebu gewesen und es ist uns klar geworden, dass wir hier nicht wegkönnen! es gefällt uns hier einfach zu gut, die gegend ist zu schön – wir habens versucht, aber wir bleiben hier!


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