Verfasst von: willanders | 24. Oktober 2010

Von Affen und Menschen

Während wir heute nachmittag auf der Veranda eines französisch-philippinischen Ehepaares sitzen und cafè au lait schlürfen, kommen kleine Berberaffen (Macaca sylvanus) den Felsen hinterm Haus scharenweise herunter, schauen nach Essbarem, das sie stehlen könnten und schlagen dabei einen fürchterlichen Krach. Bisweilen erwecken sie den Eindruck, dass sie pure Freude an der Provokation der Hausherren empfinden. Der Vater erinnert sich, wie sein nunmehr 17jähriger Sohn sich vor einigen Jahren beim Verfolgen der Meerkatzen hinterm Haus an den spitzen Felsbrocken die schlimmste Verletzung seines Lebens holte: ein aufgeschlagenes Knie.

 

In dem Moment kommt ein Anruf aus Genf. Der Sohn, der dort seit wenigen Wochen bei den Grosseltern lebt und auf ein Gymnasium geht, wurde gestern von vier nordafrikanischen Arabern überfallen. Bei dem Versuch, ihm das Handy zu stehlen, traten sie gegen den Kopf des am Boden liegenden. Dabei wurde unter anderem ein Auge erheblich verletzt, Gott sei Dank soll er an dem Auge weiterhin sehen können.

Die Eltern überlegen nun, ihren Sohn auf die Philippinen zurückzuholen, wo er sich allenfalls blutige Knie beim Verfolgen von Berberaffen holen kann. In der Schweiz wird er von ihnen verfolgt, und es bleibt niemals beim blutigen Knie. Ok ok, ich gebe zu: Der Vergleich ist zu hart. Ich sehe ein, ich tue den putzigen Tierchen aus dem Regenwald von Eastern Samar ein grosses Unrecht, wenn ich sie mit den Bestien aus Nordafrika vergleiche.

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